Die richtige Wahl einer Bogenart
Viele Anfänger kommen zu uns, um das Bogenschießen zu erlernen. Stehen Sie dann das erste Mal auf der Bogensportanlage sind sie vollkommen verwirrt auf Grund der Vielfalt der Bogenarten.
Recurve-, Compound-, Blank-, Lang-, Jagd- und ab und zu auch mal ein Reiterbogen sind auf unserer Anlage regelmäßig in Aktion zu sehen. Aber wo sind die Unterschiede zwischen diesen Bögen?
Noch ein Hinweis: Die Verweise auf Wettkampfklassen beziehen sich in diesem Beitrag auf die Bogenklassifizierung des Deutschen Bogensportverbandes ( DBSV).
Der olympische Bogen - Recurvebogen
Wie bereits in der Überschrift beschrieben ist der Recurvebogen die Bogenklasse, mit der bei Olympischen Spielen um Medaillen gekämpft wird. Er zeichnet sich durch seine geschwungenen Wurfarme aus (re-curve), welche dem Bogen eine wesentlich höhere Abschußgeschwindigkeit verleihen als gleich starke Bögen ohne diess Merkmal.
Der Recurvebogen wird mit Visier geschossen, der Schütze zieht die Sehne mit den Fingern. Dabei hat er das volle Zuggewicht des Bogens auf den Zugfingern. Da Anfänger sich zunächst auf den Schußablauf konzentrieren müssen und daher mit leichten Bögen starten dauert es eine Weile bis ein Schütze einen Bogen schießen kann, der stark genug ist um die Pfeile sicher auf die Wettkampfdistanz zu bringen. Dieser Zeitraum dient neben der Festigung des richtigen Schußablaufes eben auch zum Aufbau der benötigten Kondition.
Es sind Stabilisatoren und Dämpfer am Bogen erlaubt, das Visier darf jedoch keine Linse zur optischen Vergrößerung des Ziels aufweisen. Zur Kontrolle des richtigen Auszuges ist z.B. ein Klicker erlaubt.
Diese Bogenart ist gleichzeitig auch unser Lehrbogen - Anfänger erlernen in der Regel mit dieser Bogenart den Bogensport. Recurvebögen werden bei Turnieren als einzelne Bogenklasse gewertet.
Der Compoundbogen 
Der Compoundbogen ist etwas für die "Techniker" unter den Bogensportlern. Ein System von Kabeln bewirken in Zusammenarbeit mit der Sehne und den Rollen am oberen und unteren Ende der Wurfarme einen Flaschenzug-Effekt. Dieser Effekt erlaubt es dem Schützen ein wesentlich höheres Zuggewicht zu schießen - er kommt mit einem Compoundbogen schneller auf größere Entfernungen. Dies bedeutet jedoch nicht, das Anfänger sofort auf Wettkampfdistanzen einsteigen können, neben einem sauberen Schußablauf benötigt auch der Compoundschütze eine gewisse Kondition.
Anders als bei allen anderen Bogenarten hat der Schütze beim Compoundbogen im Vollauszug nur noch einen Bruchteil des eigentlichen Zuggewichtes zu ziehen. Die Sehne wird nicht mit den Fingern sondern mit einem Release gezogen. Dies ist auf Grund der kurzen Bauart vieler Compoundbögen notwendig - der Knick der Sehne im Vollauszug ist so eng das dort die Finger keinen Platz mehr finden. Der Compoundbogen besitzt ebenfalls ein Visier, dieses darf jedoch mit einer Linse zur Vergrößerung des Ziels ausgestattet sein. Stabilisatoren sind wie beim Recurvebogen erlaubt. Es dürfen alle Arten von Pfeilen geschossen werden.
Compoundbögen werden bei Turnieren als einzelne Bogenklasse gewertet.
Der Recurve- Blankbogen 
Der Blankbogen (Recurve) ist effektiv ein Recurvebogen, welcher jedoch ohne Visier geschossen wird. Weiterhin dürfen ausschließlich Stabilisatoren und Dämpfer genutzt werden, welche so am Griffstück angebracht sind das der Bogen im entspannten Zustand durch einen Ring mit 11,4cm Innendurchmesser passt.
Es dürfen alle Pfeilarten geschossen werden.
Blankbögen werden bei Turnieren als einzelne Bogenklasse gewertet.
Der Langbogen
Der Langbogen ist durch die Robin Hood-Filme bestens bekannt. Es handelt sich dabei um einen in der Regel einteiligen Holzbogen, welcher ohne technische Hilfsmittel wie Visier oder Stabilisatoren geschossen wird.
Moderne Langbögen bestehen jedoch nicht selten aus einem Holz-, Glasfiberlaminat und haben mit den alten englischen Langbögen außer der gemeinsamen Optik nicht mehr viel gemein.
Es dürfen ausschießlich Holzpfeile mit Naturfedern geschossen werden. Da dem Langbogen das oben beschriebene Recurve fehlt benötigt man einhohes Zuggewicht um auf entsprechende Entfernungen zu kommen.
Langbögen werden bei Turnieren als einzelne Bogenklasse gewertet.
Der Jagdbogen 
Der Jagdbogen gehört wie der Langbogen in die Kategorie der traditionellen Bögen, auch hier reicht die Spanne von einteiligen Holzbogen bis hin zum moderen Metallgriffstück mit High-End-Wurfarmen der bekannten Hersteller. Die Besonderheit des Jagdbogens ist die Tatsache, das der Bogen max. 66 Zoll lang sein darf,kein Visier genutzt werden darf und weder ein Button noch eine bewegliche Pfeilauflage genutzt werden darf.
Es dürfen alle Arten von Pfeilen geschossen werden, Jagdbögen werden bei Turnieren als einzelne Bogenklasse gewertet.
Der Reiterbogen
Der Reiterbogen ist ebenfalls durch Filme wie Dschingis Khan bekannt. Es handelt sich um einen sehr kurzen Bogen, welcher komplett ohne irgendwelche Zubehörteile geschossen wird. In der Regel hat ein Reiterbogen nicht einmal ein Shelf um den Pfeil aufzulegen - der Pfeil wird auf der Bogenhand aufgelegt.Es dürfen alle Arten von Pfeilen geschossen werden.
Reiterbögen werden bei Turnieren in der Jagdbogenklasse gewertet.















